Warré-Archiv
Als ich aus Interesse an artgerechter Bienenhaltung mit Warré-Beuten zu imkern begann, fand ich zur internationalen Gruppe warrebeekeeping. Ich hatte selbst noch viel zu lernen, wollte aber auch etwas zur Gemeinschaft beitragen. Bei imkerlichen Fachfragen konnte ich wenig beisteuern, mit Softwareentwicklung kannte ich mich dagegen aus. Daraus entstand die Idee, die über viele Jahre gesammelten Erfahrungen der Mitglieder in einem Archiv wieder zugänglich zu machen.
Die Erfahrungen einer Gemeinschaft
Die Gruppe warrebeekeeping tauscht sich seit 2007 über die Warré-Beute aus. In ihren Diskussionen geht es um die praktische Arbeit mit den Bienen, um Beobachtungen, Schwierigkeiten und unterschiedliche Herangehensweisen. Über die Jahre sind mehr als 33.000 Nachrichten zusammengekommen, dazu Fotoalben und Anhänge.
Zu einer Frage kamen oft mehrere Antworten, aus unterschiedlichen Erfahrungen heraus. Deshalb erhält das Archiv die vollständigen Diskussionen: Auch Rückfragen und Widersprüche gehören dazu.
Als Yahoo seinen Gruppendienst einstellte, drohte dieser Bestand verloren zu gehen. Der Zugriff auf die alten Inhalte endete bereits Ende 2019, der Dienst selbst wurde 2020 vollständig abgeschaltet. Ohne eine eigene Sicherung wären die über Jahre gesammelten Diskussionen für die Gruppe nicht mehr zugänglich gewesen. Dass wir sie bewahrt haben, ist die Grundlage des heutigen Archivs.
Seit Oktober 2020 läuft die Gruppe in Google Groups weiter. Das Archiv führt die gesicherten Yahoo-Beiträge mit den neueren Diskussionen zusammen, sodass die gemeinsame Geschichte über den Plattformwechsel hinweg nachlesbar bleibt.
Vom ersten Archiv zum Neuaufbau
Um 2020 hatte ich bereits eine erste Website für das Archiv gebaut. Damals habe ich sie selbst programmiert, in mühsamer Kleinarbeit. Mit agentischer Softwareentwicklung haben sich meine Möglichkeiten inzwischen erheblich erweitert. Ich konnte das Archiv noch einmal angehen und Funktionen umsetzen, die über die damalige Darstellung der Beiträge weit hinausgehen.
Diese Gelegenheit habe ich für einen Neuaufbau genutzt. Die vorhandenen Daten habe ich übernommen; die Anwendung ist neu entstanden. Die Arbeit reicht nun von der Aufbereitung der einzelnen Nachrichten über die mehrsprachige Suche bis zu thematischen Zusammenfassungen mit nachvollziehbaren Quellen.
Die Nachrichten wieder lesbar machen
Ein großer Teil einer Mailingliste besteht aus wiederholtem Text. Antworten enthalten frühere Nachrichten, oft mit weiteren Zitaten und Signaturen darin. Würde die Suche all das gleich behandeln, fände sie dieselbe Aussage immer wieder in den Antworten anderer Personen.
Deshalb trennt die Aufbereitung den eigenen Beitrag vom zitierten Text und von der Signatur. Der eigene Text macht nur etwa 41 Prozent des Rohmaterials aus. Dabei darf eine Antwort, die jemand unter ein Zitat geschrieben hat, nicht versehentlich verschwinden. Die ursprünglichen Nachrichten bleiben erhalten; die bereinigte Darstellung lässt sich an ihnen prüfen.
Weitere Arbeit steckte in der Zuordnung von Namen und Bildern. Manche Mitglieder schrieben unter verschiedenen Namen. Bei den Fotoalben fehlte dagegen häufig eine verlässliche Verbindung zu den Diskussionen. Solche Lücken habe ich offengelassen, statt eine Zuordnung zu erraten.
Wissen finden, auch in einer anderen Sprache
Das Archiv verbindet eine klassische Volltextsuche mit einer semantischen Suche. Die eine findet konkrete Begriffe, die andere inhaltlich verwandte Beiträge. So kann auch eine deutsche Frage zu einer passenden englischen Diskussion führen, deren Verfasser ganz andere Wörter verwendet hat. Beide Suchwege münden in eine gemeinsame Trefferliste.
Die Oberfläche ist auf Englisch, Deutsch und Französisch verfügbar. Übersetzungen helfen beim Lesen, während der englische Originaltext zugänglich bleibt. Für die Fachbegriffe der Imkerei gibt es ein eigenes Glossar, damit beispielsweise Beutenteile in verschiedenen Beiträgen einheitlich bezeichnet werden.
Thematische Zusammenfassungen in Vorbereitung
Als nächsten Schritt bereite ich thematische Zusammenfassungen vor, die noch nicht veröffentlicht sind. Sie führen Erfahrungen aus mehreren Diskussionen zusammen und halten auch fest, wo sich die Einschätzungen unterscheiden. Die zugrunde liegenden Beiträge bleiben als Quellen nachvollziehbar. Ein Erfahrungsbericht soll dabei als solcher erkennbar bleiben; aus ihm wird durch die Zusammenfassung kein allgemeingültiger Nachweis.
Bevor ich die Zusammenfassungen veröffentliche, möchte ich sie selbst noch einmal vollständig durchgehen und mit den Mitgliedern besprechen, ob und in welcher Form sie öffentlich zugänglich werden können. Die Anonymisierung allein beantwortet für mich nicht die Frage, was die Gemeinschaft nach außen geben möchte. Die Originalbeiträge, Fotos und Anhänge bleiben den Mitgliedern vorbehalten.
Die technische Umsetzung
Ich habe das Archiv mit PHP, einer relationalen Datenbank und wenig JavaScript aufgebaut. Die Seiten werden auf dem Server erzeugt; ein Frontend-Framework oder ein Build-Schritt ist dafür nicht nötig. Auch die Suchvektoren liegen in der vorhandenen Datenbank. Ein schneller Grobvergleich grenzt die Kandidaten ein, anschließend folgt eine genauere Bewertung.
KI kommt bei der Suche, der Übersetzung und der Aufbereitung der Inhalte zum Einsatz. Die Originaldaten bleiben davon getrennt. Vorschläge zur Bereinigung werden vor ihrer Übernahme geprüft, und Änderungen müssen auf den Ausgangstext zurückführbar sein. Auch nach der Aufbereitung muss sich nachlesen lassen, was im ursprünglichen Beitrag stand.
Einblicke.
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Vorschau der geplanten öffentlichen Zusammenfassungen -
Entwurf einer Zusammenfassung zur Wahl der Warré-Beute